Zur Geschichte der Patscherkofelbahn
Historisches und Nostalgisches zum Bau der Patscherkofelbahn
"Schon im Jahre 1910 wollte man eine Seilschwebebahn von Igls auf den Innsbrucker "Hausberg" Patscherkofel errichten. Als Hauptgeldgeber zeichneten der Besitzer des Hotels "Igler Hof" Adolf Zimmer, die planende Firma Heckel aus Saarbrücken, die Elektrizitätsgesellschaft Nürnberg und die Stadt Innsbruck. Obwohl die Trasse fixiert war und die finanziellen Mittel zur Verfügung standen, fiel die Ausführung dem damals schleppenden Bürokratismus, den folgenden Balkanwirren 1912/13 und schließlich dem 1. Weltkrieg zum Opfer. Einzelne Widerbelebungsversuche des Baues nach dem Kriege scheiterten aber und erst die Gründung eines Aktionskomitees im Jahre 1926 mit Sitz in Igls bedeutete den echten Ansporn zum endgültigen Bau dieser Seilschwebebahn. Das Aktionskomitee, im Besonderen der bereits vorgenannte KR Zimmer, Leo Handl, Franz Eiler, die Gemeinde Igls und die Gemeinde Schwaz beschaffte das erforderliche Kapital von 1,7 Millionen Schilling und es erfolgte die Gründung der "Patscherkofel-Drahtseilbahn-AG".
Die Trasse wurde neu festgelegt. ... Am 15. Mai 1927 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der notwendigen Materialseilbahn und am 14. April 1928 konnte die Patscherkofel - Seilschwebebahn feierlich eröffnet werden. Während des Baues aufgetretene unvorhergesehene Schwierigkeiten bei Fundamentaushebungen, Grundablösungen, Hochspannungsunterführungen usw. verursachten schließlich eine Erhöhung der Bausumme auf mehr als das Doppelte (ca. 3,6 Millionen Schilling). Der erhöhte Kapitalbedarf, für welchen schon damals 10-12 % Zinsen bezahlt werden mussten und die aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage zurückgehende Personenfrequenz brachte die Gesellschaft in große finanzielle Schwierigkeiten und schließlich in den Konkurs. Das Land Tirol übernahm den Großteil der Aktien und 1931 auch die Leitung und Verwaltung des Betriebes. Die Stadtgemeinde Schwatz musste bis 1978 Rückzahlungen, die aus den damals eingegangenen Verpflichtungen entstanden waren, leisten.
Durch die im Jahre 1938 in Kraft getretenen gesetzlichen Bestimmungen musste die Patscherkofelbahn am 31.12.1940 aus dem Landesbesitz verkauft werden. Dadurch entstand die Zusammenlegung mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben AG, bis dahin "Lokalbahn-Innsbruck i.T. AG". Bis 1938 konnte der Verkehr mit der ursprünglichen Anlage ohne größere Wartezeiten bewältigt werden. Der dann einsetzende und nach dem Krieg zunehmende Fremdenverkehr erforderte aber im Laufe der Jahre mehrere kleine Umbauten. Das zeitraubende Umsteigen in der Mittelstation "Heiligwasser" konnte durch den im Jahr 1962 erfolgten Großumbau auf 4 Wagen, verbunden mit weitreichenden technischen Verbesserungen und Änderungen, stark reduziert werden.
Mit dem 01.12.1996 bekam die Patscherkofelbahn wieder einen privaten Betreiber. Im selben Jahr wurde mit großem Aufwand die Patscherkofel - Pendelbahn technisch umgebaut. Alle vier Kabinen wurden 2002 saniert und mit einem neuen Logo versehen."
Umfangreiche Informationen zur Geschichte sowie den technischen Parametern der Bahn finden sich in: Ein Jahrhundert Innsbrucker Mittelgebirgsbahnen, S. 26 ff., herausgegeben im Jahre 2000 vom Eisenbahnarchiv Tirol. (Text: E.Mungenast)